Theater: Bad Wimpfen

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Die Badische Landesbühne

Pro Spielzeit zeigt die Badische Landesbühne in Bad Wimpfen insgesamt neun Vorstellungen, darunter sind zwei Vorstellungen des Kinder- und Jugendtheaters. Der Spielplan beinhaltet eine reichhaltige Mischung aus musikalischen Programmen, klassischem Schauspiel und zeitgenössischer Dramatik sowohl im Abendspielplan wie auch im Kinder- und Jugendtheater. Eine Besonderheit sind die jährlich im Juni und Juli stattfindenden Freilichtaufführungen in beiden Sparten.

Die regelmäßigen Theateraufführungen der Badischen Landesbühne finden im Bad Wimpfener Kursaal statt. Die Freilichtvorstellungen werden draußen im Kurpark gespielt, bei schlechter Witterung werden diese in den Kursaal verlegt.

Hinweis

Aufgrund der Corona Pandemie sind Eintrittskarten bis auf Weiteres ausschließlich vorab bei der bei der Kultur- & Tourist-Information erhältlich.

Spielzeit 2020/21

Das Motto für die neue Saison lautet nicht wahr? Fragen nach dem Verhältnis von Wahrheit und Lüge treiben die Menschen seit jeher um, werden in unserer durchdigitalisierten Welt aber immer dringlicher. An ihnen entzünden sich – mal tragisch, mal komisch – die Konflikte der Stücke, welche die BLB für die neue Spielzeit geplant hat.

Mittwoch, 27. Oktober 2021 | 19:30 Uhr | Professor Unrat

Professor Unrat  von Heinrich Mann/John von Düffel

Mit Lebenslust wird alles anders

Für den tyrannischen Lehrer Raat gibt es kaum ein größeres Vergnügen als die Lektüre von Schillers Die Jungfrau von Orleans. Reale Frauen hingegen haben weder in seiner Gedankenwelt noch in seinem Leben einen Platz. Der Versuch, seinen Schülern die hohe Sprachkunst Schillers zu vermitteln, scheitert jedoch ebenso kläglich wie jener, ihnen die wilhelminischen Werte einzubläuen. Längst ist der Schulalltag für Raat zum Kampf mit seinen Feinden, den Schülern Kieselack, von Ertzum und Lohmann, geworden. Sie schimpfen ihn hinter seinem Rücken Unrat, verspotten seine brüchige Wertewelt und verbringen die Nächte in der verrufenen Bar Der blaue Engel. Beim Korrigieren von Lohmanns Aufsatzheft fällt Raat eine Autogrammkarte mit dem Porträt einer leichtbekleideten Dame in die Hände. Auf der Rückseite ist Lohmanns „Huldigung an die hehre Künstlerin Rosa Fröhlich“ zu lesen. Raat wittert die Gelegenheit, seinem ihm besonders verhassten Schüler die Karriere zu ruinieren. Er sucht die Sängerin und Tänzerin in der zwielichtigen Hafenbar auf und beschuldigt sie, seine Schüler auf Abwege zu führen. Doch dann passiert das scheinbar Unmögliche: Der verknöcherte Raat verfällt dem erotischen Charme von Rosa Fröhlich! Hals über Kopf stürzt er sich in ein geradezu wahnhaftes Liebesabenteuer jenseits aller Konventionen – und in einen erbitterten Konkurrenzkampf mit seinen Schülern. Die können nicht glauben, dass ausgerechnet ihr Lehrer Rosa für sich gewinnen konnte, erkennen aber, dass er dadurch endlich angreifbar geworden ist. Je fanatischer Raat seine Ansprüche auf Rosa verteidigt, desto mehr wird er zum anarchistischen Amokläufer gegen die Gesellschaft und schließlich zur Persona non grata.

Mit Professor Unrat schrieb Heinrich Mann 1905 eine hellsichtige Analyse autoritärer Strukturen und eine ebenso radikale wie kurzweilige Abrechnung mit der bürgerlichen Doppelmoral. Auch heute noch fasziniert die Geschichte des Professors, der sich aus den starren Konventionen seiner Zeit befreit und dafür zum Verstoßenen wird. Wie tolerant sind wir als Gesellschaft? Wie gehen wir mit abweichenden Lebensentwürfen um?

Heinrich Mann (1871-1950) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Literaten des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er durch seine satirischen Romane Professor Unrat und Der Untertan. Weltruhm erlangte er schließlich durch Josef von Sternbergs Der blaue Engel, der Verfilmung von Professor Unrat mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen. Heinrich Mann, der sich als explizit demokratisch-sozialistischer Schriftsteller verstand, emigrierte 1933 über Frankreich in die USA, wo er 1950 starb.

Der Autor und Dramaturg John von Düffel hat eine kongeniale Bearbeitung von Manns Roman erstellt. Arne Retzlaff bringt sie als atmosphärisch-sinnliches Theatererlebnis mit Live-Musik auf die Bühne.

Mittwoch, 01. Dezember 2021 | 19:30 Uhr | Die Empörten

Die Empörtenvon Theresia Walser

Groteske politische Schlammschlacht

Aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger ziehen in „Empörungschören“ durch die Straßen von Irbertsheim und verschaffen ihrer Wut lauthals Gehör. Ein junger Mann ist mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast. Er selbst und ein Muslim starben, mehrere Personen wurden schwer verletzt. War es ein tragischer Unfall? Ein erweiterter Selbstmord? Ein islamistischer Terroranschlag? Und vor allem: Wer ist der Täter, der angeblich „Allahu Akbar“ geschrien haben soll? Einzig die Bürgermeisterin Corinna Schaad weiß, dass der Schuldige ausgerechnet ihr Halbbruder Moritz ist. Ein Skandal wäre für die Amtsträgerin tödlich, zumal der Wahlkampf tobt und sie sich große Hoffnungen auf einen Sessel in Brüssel macht. Mit der Hilfe ihres Bruders Anton klaut sie die Leiche von Moritz aus der Totenhalle und versteckt sie in einer Truhe im Rathaus, in der im Laufe der Geschichte schon manches entsorgt wurde. Sogar Luther habe sich einmal vor seinen Verfolgern darin verstecken müssen, heißt es. Es gibt Mutmaßungen, nach denen man Hitlers Leiche in dieser Kiste zuletzt aus dem Bunker transportieren wollte, bis hin zu der kruden Vermutung, dass Stalins Schnurrbart heimlich in der Truhe aufbewahrt wurde. Während die Leiche des Täters nun also in diese historische Truhe gehievt wird, wird im Nebenraum bereits die Trauerfeier für die Opfer vorbereitet, auf der die Bürgermeisterin eine Rede halten soll. Am Start ist auch ihre schärfste Konkurrentin, die Rechtspopulistin Elsa Lerchenberg. Diese will die überreizte Stimmung in der Stadt nutzen, um wieder einmal über die Gefahr der „Überfremdung“ zu sprechen. Die liberale Bürgermeisterin hingegen pflegt eine offene Willkommenskultur, lässt für überkandidelte Wirtschaftsprojekte aber auch mal Sozialbauten an den Stadtrand umsiedeln. Hauptsache, sie kann sich profilieren. Angesichts der jüngsten Vorkommnisse beginnt nun ein Kampf um die Deutungshoheit, in dem die Toten lediglich als Projektionsfläche von Ängsten dienen, als Waffen in einem ideologischen Grabenkrieg. Zwischen den Fronten stehen Pilgrim, ein wetterwendischer Gemeindebüttel, Schaads Bruder Anton und Frau Achmedi, die Frau des Opfers, die zunehmend angeekelt sind von dem leeren Phrasenmüll der beiden Polithyänen.

Theresia Walser zählt zu den sprachlich versiertesten zeitgenössischen Dramatikerinnen des deutschen Theaters. Ihre Stücke zeichnen sich durch grotesken Humor und wortverspielten Wahnwitz aus. Walser wurde 1967 in Friedrichshafen am Bodensee geboren. Sie absolvierte von 1990-1994 eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Bern und war anschließend für zwei Jahre Ensemblemitglied am Jungen Theater Göttingen. Ihre ersten beiden Theaterstücke, der Monolog Kleine Zweifel und die Komödie Das Restpaar, wurden 1997 uraufgeführt. 1998 wurde Walser von der Jury der Fachzeitschrift Theater heute zur Nachwuchsautorin des Jahres und im Folgejahr zur Autorin des Jahres gewählt. Ebenfalls im Jahr 1998 erhielt sie den Förderpreis des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg. Im Wintersemester 2011.2012 war sie, gemeinsam mit Karl-Heinz Ott, Inhaberin der Poetikdozentur der Universität Koblenz-Landau. Große Bekanntheit erlangte sie mit ihrer Altersheimgroteske King Kongs Töchter.

Mit Die Empörten hat Theresia Walser eine „finstere Komödie“ über Rechtspopulismus und den Zerfall der Sprache geschrieben. Mit scharfem Wortwitz und schwarzem Humor rechnet sie darin mit unserer hysterischen Gesellschaft ab und entlarvt damit die Doppelmoral der politischen Konflikte unserer Zeit.

  

Mittwoch, 16. März 2022 | 19:30 Uhr | Der Hauptmann von Köpenik

Der Hauptmann von Köpenickvon Carl Zuckmayer

Majestätsbeleidigung!

Der Schuster Wilhelm Voigt hatte bisher kein Glück im Leben. Wegen Urkundenfälschung und Identitätsschwindel saß er jahrelang im Gefängnis. Nun ist er endlich zurück in Freiheit und getrieben vom Wunsch, ein ehrlicher und rechtschaffener preußischer Untertan zu werden, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Sofort macht er sich auf Arbeitssuche. Aber das ist leichter gesagt als getan! Denn Arbeit bekommt nur, wer eine Aufenthaltsgenehmigung hat. Und diese bekommt nur, wer Arbeit hat. Aus diesem tragikomischen Teufelskreis kommt Voigt auf legalem Weg nicht heraus. Kurzentschlossen bricht er ins Polizeirevier Potsdam ein und will sich dort die Formulare und Stempel besorgen, die ihm zur Existenzberechtigung verhelfen sollen. Der Coup misslingt! Voigt wird geschnappt und landet erneut hinter Gittern, wo er zum Zeitvertreib die militärischen Dienstregeln auswendig lernt.

Nach zehn Jahren wiederholt sich das traurige Spiel: Kaum ist Voigt auf freiem Fuß, holt ihn die Bürokratie abermals ein und er steht schon wieder vor dem Nichts. Aber jetzt hat er eine bessere Idee als beim letzten Mal: Bei einem Trödler kauft er sich eine alte Hauptmannsuniform. Aus dem ausgestoßenen Häftling wird so flugs eine ernstzunehmende Autorität, die mit dem ihr angemessenen Respekt behandelt wird. Mit Leichtigkeit gelingt es ihm, einen vorbeimarschierenden Zug Soldaten abzukommandieren, das Köpenicker Rathaus zu besetzen und ganz nebenbei den obrigkeitsgläubigen Militarismus zu entlarven. Doch wird der clevere Schuster damit davonkommen und endlich ein neues und ruhiges Leben beginnen können?

Carl Zuckmayer, geboren 1896, gilt als einer der wichtigsten Autoren der Weimarer Republik. 1925 konnte er im Alter von 28 Jahren mit dem Lustspiel Der Fröhliche Weinberg seinen ersten Erfolg feiern und avancierte schnell zum meistgespielten deutschen Dramatiker seiner Zeit. Nachdem seine Stücke 1933 verboten wurden, emigrierte er über Österreich in die USA und kehrte 1946 nach Deutschland zurück. Mit Der Hauptmann von Köpenick – der laut Thomas Mann „besten Komödie der Weltliteratur seit Gogols Revisor“ – schrieb Carl Zuckmayer eine humorvolle Satire auf das Kaiserreich, in der er Militarismus und blinden Gehorsam aufs Korn nimmt. Geschickt verbindet er darin Volksstück und Gaunerkomödie mit einer genauen Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. Als Vorlage diente ihm ein Ereignis aus dem Jahr 1906. Damals hatte sich ein Schuster namens Friedrich Wilhelm Voigt als Hauptmann ausgegeben und das Rathaus von Köpenick besetzt. 1930, als die Nationalsozialisten in Deutschland eine neue Uniformbegeisterung geweckt hatten, erkannte Zuckmayer das literarische Potential dieses Vorfalls.

Noch heute ist die Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt eine eindringliche Warnung vor Gesellschaften, in denen der Schein wichtiger ist als das Sein und starre Hierarchien mehr zählen als die Würde des Einzelnen.

Mittwoch, 27. April 2022 | 19:30 Uhr | Loving the Alien

Loving the Alien Ein David-Bowie-Abend

Bowie lebt!

Auf einer Mülldeponie in Nordbaden stürzt ein Raumschiff ab. Eine Person klettert wohlbehalten aus den Trümmern und verschwindet. Eine Expeditionstruppe aus Musikern und Schauspielern macht sich sofort auf den Weg, um das Wrack und seine Geheimnisse zu erkunden. Was sie finden, ist eine Vielzahl von Hinweisen auf den mutmaßlichen Kommandanten des extraterrestrischen Flugobjekts. Oder waren es mehrere? Die Spuren weisen eher auf eine ganze Gruppe von Gestalten hin als auf eine einzelne Person: Major Tom, Ziggy Stardust, Aladdin Sane, Mr. Plastic Soul, The Thin White Duke und viele mehr. Schnell wird klar, dass es sich hier offenbar um die Raumkapsel des schillernden Musikstars David Bowie handelt. Der Inszenierungs- und Verwandlungskünstler ist schließlich immer wieder spurlos abgetaucht, um darauf jeweils als eine andere Kunstfigur mit neuer Musik im Gepäck wieder aufzutauchen. Also stimmt es vielleicht gar nicht, dass Bowie am 10. Januar 2016 in New York gestorben ist … Wie dem auch sei, seine Musik ist und bleibt unsterblich und hat die Rock- und Popwelt nachhaltig beeinflusst und verändert.

Bowie wurde am 8. Januar 1947 in London geboren und entschloss sich bereits als Siebenjähriger, Englands größter Rockstar zu werden. Der musikalische Durchbruch gelang ihm 1969 mit der Weltraumballade Space Oddity. „Just gonna have to be a different man“ – „Ich werde einfach ein anderer Mann sein müssen“, sang er in den frühen Siebzigern in dem Song Changes – und fand darin die Maxime für seinen künstlerischen Werdegang. Lustvoll spielte Bowie mit seiner Identität, seiner Sexualität und verschiedenen musikalischen Stilen – von Folk, Pop und Glamrock über US-Funk, kühle europäische Avantgarde, sentimentale Jazzballaden bis hin zu Drum ’n’ Bass, Techno, Hardrock und Schlager.

Doch wer war Bowie wirklich? Je mehr man sich mit ihm beschäftigt, umso geheimnisvoller wird er. So ergeht es auch der Truppe, die Regisseur Alexander Schilling in seinem Liederabend Loving the Alien auf eine Expedition ins Leben und zu den Songs von David Bowie schickt. Sie diskutiert die Höhepunkte seiner fast fünf Jahrzehnte andauernden Karriere ebenso wie ihre Tiefpunkte, sie streift Bowies erste Ehe, seine Vaterrolle, seine Zusammenarbeit mit anderen Musikern und selbst seine Zähne, die erst so ikonisch schief und verfärbt und dann plötzlich strahlend weiß und perfekt waren. Und doch landet sie immer wieder beim unnahbaren Mythos-Bowie, der Mensch entzieht sich ihrem Zugriff und genau das macht ihn so faszinierend.

Loving the Alien lässt ein musikalisch-szenisches Kaleidoskop entstehen und feiert den britischen Ausnahmekünstler und seine fantastische Musik.

Mittwoch, 18. Mai 2022 | 19:30 Uhr | Unser Mann in Havanna

Unser Mann in Havannavon Graham Greene

Blamage für den Geheindienst

Die Stimmung in Kuba kurz vor Castros Revolution ist überhitzt und hoffnungslos. Genauso hoffnungslos wie der Versuch, Staubsauger zu verkaufen. Der Engländer James Wormold lebt seit Jahren in Havanna und kommt als Vertreter der Firma Phastkleaners nur knapp über die Runden. Seine Tochter Milly macht ihm nicht nur mit ihren kostspieligen Wünschen das Leben schwer, sondern bandelt auch noch mit dem berühmt-berüchtigten Polizeichef Segura an. Da trifft es sich gut, dass eines Tages ein Geheimagent bei Wormold auftaucht und ihn als Spion für den britischen Geheimdienst anwirbt. Aus Geldsorgen nimmt er das Angebot an, obwohl er keinen blassen Schimmer von nachrichtendienstlicher Arbeit hat. Sein Freund, der Auslandsdeutsche Dr. Hasselbacher, rät ihm, Unteragenten und brisante Informationen kurzerhand zu erfinden, so richte er auf keinen Fall Schaden an. Gesagt, getan. Der Staubsaugerverkäufer denkt sich ein ganzes Agentennetz aus und liefert London einen spektakulären Plan einer angeblichen Militäranlage in den kubanischen Bergen. Damit macht Wormold auch gegnerische Geheimdienste auf sich aufmerksam! Als unschuldige Menschen, welche dieselben Namen wie seine Phantasiegestalten tragen, in sein Lügengewebe verstrickt werden und es zu Todesfällen kommt, muss er sich eingestehen, dass er die Kontrolle verloren hat.

Der Brite Graham Greene (1904-1991) war Bestsellerautor und ewiger Kandidat für den Literaturnobelpreis, Katholik und Frauenheld, Abenteurer und Moralist. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bat ihn der Filmregisseur Alberto Cavalcanti, ein Drehbuch für ihn zu schreiben. Sofort kam Greene die Idee, eine Komödie über den Geheimdienst zu schreiben. Er war selbst mehrfach für den britischen Auslandsgeheimdienst tätig und hatte dabei erfahren, dass deutsche Abwehroffiziere immer wieder falsche Berichte nach Hause schickten, die auf Informationen von angeblichen Unteragenten beruhten und dafür hohe Spesen einstrichen. Davon ausgehend entwickelte er eine Geschichte, in der es um die Anwerbung eines unorthodoxen Agenten durch die Engländer ging und die in Estland kurz vor dem Krieg spielte. Die Zensur verbot die Produktion des Filmes. Der Stoff blieb Greene im Gedächtnis und als er sich in den 1950er Jahren länger auf Kuba aufhielt, wurde ihm klar, dass Havanna zur Zeit der Batista-Ära den idealen Schauplatz für seine Komödie abgab. So entstand der Roman Unser Mann in Havanna, der 1959 von Carol Reed mit Alec Guinness und Ernie Kovacs in den Hauptrollen verfilmt wurde.

Carsten Ramm bringt den parodistischen Agenten-Thriller mit fünf Schauspielern in über 30 Rollen auf die Bühne. Der Musiker Hennes Holz begleitet den Abend mit kubanischen Klängen.

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 17:00 Uhr | Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe

Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe

Märchenhaftes Theaterabenteuer

Knirps ist ein echter Draufgänger, Angst kennt er gar nicht! Was er aber kennt, ist Langeweile. Denn statt Abenteuer zu erleben, fährt er tagein tagaus mit Papa Dick auf dessen Theaterkarren durch die Gegend. Spaß und Spannung bleiben dabei völlig auf der Strecke. Deshalb will Knirps Knappe des Raubritters Rodrigo Raubein werden. Mitten in der Nacht reißt er aus und macht sich auf den Weg zur Schauderburg, denn dort wohnt der berüchtigte Bösewicht. In Wahrheit ist dieser jedoch ein menschenscheuer Angsthase, der sich hinter den Mauern seiner Burg versteckt und liebevoll Kakteen züchtet. Um den vorwitzigen Jungen schnellstmöglich loszuwerden, fordert ihn Rodrigo zu einer Mutprobe heraus: Knirps muss ein möglichst gefährliches Verbrechen begehen! Voller Tatendrang macht sich der kleine Draufgänger ans Werk und überfällt eine königliche Kutsche. Dabei trifft er Prinzessin Flip, die Thronfolgerin König Kilians, der er von seiner besonderen Prüfung berichtet und die sofort eine Idee hat: Knirps solle sie einfach entführen. Prinzessinnenraub sei doch garantiert ein gefährliches Verbrechen. Knirps ist begeistert. So beginnt eine besondere Freundschaft – und eine rasante Verfolgungsjagd. Denn auch der Zauberer Rabanus Rochus und der Drache Wak haben es auf die Prinzessin und den Thron abgesehen.

Als Michael Ende 1995 starb, hinterließ er die ersten drei Kapitel einer unvollendeten Geschichte über einen furchtlosen Jungen namens Knirps.

Wieland Freund hat aus dem Fragment 2019 einen hinreißenden Roman geschrieben. Diesen hat Regisseur Joerg Bitterich nun für die Bühne bearbeitet.

„Das Stück ist nicht nur ein wunderbares Märchen voller Helden, Schurken und Ungeheuer, sondern auch eine berührende Geschichte über Angst und Mut sowie über die Kraft des Erzählens“, so Bitterich. Diese Thematik hat Georg Burger denn auch zu seinem Bühnenbild inspiriert. Es besteht aus überdimensionierten Büchern, die bewegt werden können und die in unterschiedlichen Arrangements die Orte des Geschehens – von der Schauderburg über den Thronsaal bis hin zum Kerker – darstellen.
Die Junge BLB freut sich, endlich wieder die Bühne zu rocken. Dazu Bitterich: „Wir können es kaum erwarten, das Stück unserem Publikum zu zeigen. Es sehnen sich doch gerade alle nach Unterhaltung, guten Geschichten und nach Schauspielerinnen und Schauspielern, die direkt vor uns auf der Bühne spielen und nicht nur auf dem Bildschirm.“

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 19:30 Uhr | Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraumvon William Shakespeare

Im Dickicht großer Gefühle

In Athen bereitet Herzog Theseus seine Hochzeit mit der Amazonenkönigin Hippolyta vor. Da kommt Egeus und bittet ihn, ein Machtwort zu sprechen: Seine Tochter Hermia weigere sich, Demetrius zu heiraten und wolle stattdessen Lysander. Da Hermia nun mit dem Tod gedroht wird, flieht das junge Paar in den Wald. Ihnen folgt der geprellte Demetrius. Und diesem läuft Helena nach, die unsterblich in ihn verknallt ist. Das Liebeschaos wird im Wald, dem magischen Reich der Elfen und Naturgeister, aber noch komplizierter. Gerade tobt hier ein Eifersuchtsstreit zwischen dem Elfenkönig Oberon und seiner Gattin Titania, der selbst die Ordnung der Natur durcheinanderbringt. Um sich an Titania zu rächen, schickt Oberon den Kobold Puck los, er soll ihm eine Wunderblume besorgen. Ihr Saft, Schlafenden ins Auge geträufelt, macht den Erwachenden in das Wesen, das er zuerst erblickt, wie toll verliebt. Oberon beobachtet eine Szene zwischen Demetrius und Helena und will die Athenerin von ihrem Leid erlösen. Doch Puck verzaubert irrtümlicherweise den schlafenden Lysander – und der erblickt nach dem Erwachen als erstes: Helena. Als Puck den Fehler erkennt, benetzt er auch Demetrius mit dem magischen Saft, worauf dieser ebenfalls für Helena entbrennt. Das Chaos ist komplett! Helena fühlt sich verspottet, Hermia ist verwirrt und die Jungs fordern sich zum Zweikampf heraus. So verstricken sich die vier Liebenden immer mehr im Dickicht ihrer Gefühle. An einer anderen Stelle im Wald schläft Titania und ganz in der Nähe versammelt sich eine Truppe Handwerker, um ein Theaterstück zu proben. Übermütig verzaubert Puck den großmäuligen Weber Zettel in ein eselsköpfiges Ungetüm, dem die erwachende Titania kraft des Blumensafts leidenschaftlich verfällt. Während sich Puck noch an dem Tumult erfreut, befreit Oberon Titania aus ihrem Liebeswahn. Wie aus einem Traum erwachen auch die vier menschlichen Liebenden, doch die rauschhafte Nacht ist nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen: Lysander und Hermia lieben sich wieder und Demetrius und Helena haben endlich zueinander gefunden.

Ein Sommernachtstraum ist ein sinnliches Verwirrspiel um Träume, Phantasien und Identitäten und gehört zu Shakespeares facettenreichsten Komödien, die es immer wieder neu zu entdecken gibt. An der BLB ist es Tradition, sie alle zehn Jahre auf die Freilichtbühne zu bringen.

Preise

Abendkasse 

 regulärermäßigtSchüler
I. Platz13,00 €09,00 € 
II. Platz12,00 €08,00 € 
III. Platz 10,00 €07,00 € 
Junge BLB 07,00 € 05,00 €
Schülervorstellung  04,00 €
 

Abonnements 

 regulärermäßigt

Großes Abo I. Rang

70,00 €55,00 €
Großes Abo II. Rang65,00 €50,00 €
Großes Abo III. Rang55,00 €35,00 €
Quartett44,00 € 
Sextett60,00 € 
Schnupper-Abo36,00 € 
Das junge Abo (für Schüler)17,00 € 

Großes Abo

Sieben Stücke im Abonnement, reservierter Sitzplatz, verschiedene Platz- und Preiskategorien, bis zu 35 Prozent Ersparnis gegenüber dem normalen Preis.

Das junge Abo

Ob Klassiker, Komödie oder moderne Dramatik: Mit unserem neuen Angebot können Schülerinnen und Schüler drei Stücke aus unserem gesamten Spielplan zu einem individuellen Abo miteinander kombinieren.

Quartett/Sextett

Vier/sechs übertragbare Gutscheine, gültig für alle Produktionen der BLB, bei freier Terminwahl und bester verfügbarer Platzkategorie.

Schnupper-Abo

Egal ob für Weihnachten, zu einem Geburtstag oder nur, um eine Freude zu machen: Das Schnupper-Abo der Badischen Landesbühne ist immer ein ideales Geschenk. Das kleine Abo bietet drei Theateraufführungen zu festgelegten Terminen bei bester verfügbarer Platzkategorie.

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