Reichsstadtfest: Bad Wimpfen

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Wimpfener Reichsstadtfest

Ein historisches Bürger- und Stadtfest

Lebendige Historie haben sich die Bad Wimpfener Bürger für ihr Wimpfener Reichsstadtfest auf die Fahnen geschrieben. Im Rahmen des historischen Bürgerfests, bei dem die Geschichte der Reichsstadt vom 12. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 im Vordergrund steht, lassen die Wimpfener nicht – wie sonst üblich - den Hochadel hochleben, sondern, haben sich dem bürgerlichen Leben ihrer Stadt verpflichtet.

Authentisch werden die Aktivitäten daher von den Bad Wimpfener Bürgerinnen und Bürgern selbst getragen. Unterstützt werden sie dabei von historischen Gruppen aus dem ganzen süddeutschen Raum, die rund um das Veranstaltungsgelände ihre Zelte aufschlagen.

Mitwirkung

Interessierten Gruppen, die sich am Reichsstadtfest beteiligen möchten, stehen wir gerne für Auskünfte zur Verfügung.

Annika Kretsch
Telefonnummer: 07063 93325-07
E-Mail schreiben

Historischer Hintergrund

Die Stadtsilhouette hoch über dem Neckar und die historische Altstadt Bad Wimpfens zeugen von der größten Kaiserpfalz nördlich der Alpen, in der Kaiser und Könige Hof hielten. In der Stauferstadt Wimpfen entstand auch - mitfinanziert durch eine Schenkung König Heinrichs (VII) – ein geistliches Spital. Ein Teil davon wurde kommunales Spital und war damit eines der ersten Spitäler des Reiches, welches schnell zu einem der größten in Süddeutschland wurde. Im 13. Jahrhundert machte Wimpfen sogar weltweit Schlagzeilen, als der deutsche König Heinrich (VII.) sich mit seinem Vater, dem Kaiser Friedrich II. überwarf und dieser ihn hier gefangen nehmen ließ, wonach er wenige Jahre später verstarb.

Aus dem Niedergang der Stauferdynastie ging Wimpfen als Reichsstadt hervor und brachte bereits im 13. Jahrhundert mit dem Wappen „Regia Wimpina gerit haec Victricia Signa“ – “Die Königsburg Wimpfen führt dieses siegreiche Zeichen“ städtisches Selbstbewusstsein zum Ausdruck. Wimpfen vermochte seine Unabhängigkeit geschickt zu behaupten und sich immer mehr Rechte anzueignen, obwohl sowohl die Bischöfe von Worms als auch die mächtigen Herren von Weinsberg ihre Ansprüche auf Wimpfen betonten und versucht hatten den für ihre Politik so wichtigen Ort an sich zu reißen.

In dieser Zeit sicherlich heftiger innenpolitischer Auseinandersetzungen setzte das aufstrebende Bürgertum eine Ratsverfassung durch, die auch für viele andere Orte beispielhaft wurde. Der Stadtadel war entmachtet und der Weg frei für ein Stadtregiment mit zwei Bürgermeistern und einem städtischen Gericht, dem ein Schultheiß vorstand. Wimpfen war eine selbstbewusste freie Stadt geworden, die schon sehr früh auswärtige Politik betrieb und verschiedenen Städtebünden beitrat. Das Wappen zeigt den Reichsadler, der den Wormser Schlüssel im Schnabel hält und damit zum Symbol der unabhängigen Reichsstadt wurde.

Viele herrliche Bürgerhäuser mit Fachwerk künden noch heute vom wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit. In dieser Zeit der Blüte fällt der weitere Ausbau des Spitals, das bald, in ein geistliches und weltliches geteilt, nicht nur als Krankenhaus, sondern auch der Versorgung von Alten und Armen diente. Schon Ende des 13. Jahrhunderts war das Dominikanerkloster gegründet worden, das sich schnell zu einem der größten Deutschlands entwickelte und Anteil am kraftvollen Fortschritt der Stadt hatte.

Doch im 15. Jahrhundert verlor die alte Handelsstraße ihre Bedeutung und so begann allmählich der Verfall der reichsstädtischen Herrlichkeit. Zu dieser Zeit breitete sich schnell die Reformation aus. Sicherlich begünstigt durch das Auftreten Erhard Schnepfs, jenes bedeutenden Theologen, der hier von 1523 bis 1526 als evangelischer Prediger wirkte und mit der Tochter des Bürgermeisters verheiratet war. Wimpfen scheint in jenen Anfangstagen der Reformation ein kleines Zentrum der Lehre Luthers gewesen zu sein, denn zur selben Zeit lebte auch der Maler Heinrich Vogtherr in der Stadt, Verfasser zahlreicher Reformationsschriften und -lieder. 1588 waren nur noch 32 Bürger katholisch und so übergab der Rat entgegen einem Kammergerichtsurteil die Pfarrkirche der evangelischen Mehrheit. Die Bestellung der Geistlichen und ihre Aufsicht übte ab sofort der Rat aus, der außerdem immer wieder verfügte, dass keine Katholiken ins Bürgerrecht aufgenommen werden durften.

Diese Haltung führte zwangsläufig zu endlosen Auseinandersetzungen mit den Klöstern und dem Wormser Domkapitel.Die religiösen und politischen Konfrontationen gipfelten landesweit im 30-jährigen Krieg. Nicht ohne Grund heißt die bedeutende Schlacht, in der Tilly den Markgrafen von Baden in diesem Krieg besiegte die Schlacht bei Wimpfen. Am Ende des Krieges ist die Stadt völlig verarmt.

Erneuter Aufschwung kommt erst im 19. Jahrhundert durch die Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen, die Salzwasserbohrungen, die Errichtung des Kurhotels und die Eröffnung der Bahnlinie. Seit 1952 gehört Bad Wimpfen durch einen Volksentscheid zum Land Baden-Württemberg.

Die Spuren der reichen Stadtgeschichte sind jedoch noch heute bei einem Besuch auf Schritt und Tritt zu sehen und Festivitäten sind ein einzigartiges Erlebnis.

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