30|01|2017

Es hat nicht gebrannt, es ist nur sehr intensiv gekocht worden…

Vermeindlicher Brand in Asylbewerberunterkunft entpuppt sich als Fehlalarm. Asylbewerber bekochten Helfer.

Seit bald vier Monaten sind die Container im Landgraben für 29 aus dem Irak geflohene Männer ihr zuhause. Das ist nach der Unterbringung in einer großen Sammelunterkunft zwar ein Fortschritt, kann aber natürlich keine Dauerlösung sein.

Die Iraker müssen lernen, mit unserer Sprache, unserer Kultur und unserem Alltag zurechtzukommen. Hierzu stellen die Stadt und der Landkreis die Rahmenbedingungen her. In Bad Wimpfen haben die Neubürger das große Glück, dass sich außerdem viele Privatleute dafür einsetzen, dass sie so schnell wie möglich richtig ankommen können.

So gibt es Unterstützung beim Verständnis der oft schwer zu verstehenden amtlichen Schreiben. Eine bunte Truppe hilft auf unterschiedliche Weise beim Spracherwerb. Deshalb gibt es im Sprachcafé  inzwischen nicht mehr hauptsächlich Kommunikation über gymnastische Zeichensprache, sondern gute, lustige und bewegende Gespräche. Außerdem kommen Leute in die Unterkunft, um gemeinsam Musik mit den Männern zu machen. Und es gibt Bad Wimpfener, die einfach unkompliziert in Kontakt treten und Bekanntschaften schließen.

Offensichtlich wissen die Einwohner der Unterkunft das Engagement sehr zu schätzen. Jedenfalls wurden viele der Ehrenamtlichen am vergangenen Samstag als Dankeschön für ihr Engagement eingeladen, in den Landgraben zu kommen. Dort war schon seit dem frühen Morgen geschrubbt, geräumt und vor allem gekocht worden. Ohne die Leser neidisch machen zu wollen: Es war ein sensationell leckeres, irakisches Buffet aufgebaut, das auch mit größter Einsatzbereitschaft der Eingeladenen nicht leer gegessen werden konnte.

Leider ist beim Bekochen der vielen Menschen eine Menge Dampf entstanden und die Rauchmelder haben Alarm gegeben. So konnten nicht nur die anwesenden Gäste, sondern vor allem die Männer aus dem Irak miterleben, wie gut die Wimpfener Feuerwehr funktioniert: In Windeseile waren genug Feuerwehrleute vor Ort, dass es für das Leeressen des Buffets doch noch Hoffnung gegeben hätte. Die Iraker waren sehr beeindruckt und wohl auch ein wenig eingeschüchtert vom professionellen Einsatz unserer Wehr. In ihrem Namen und dem aller Gäste ein ganz herzliches Dankeschön! (Der Samstagabends und auch noch kurz vor einer der Prunksitzungen bestimmt für die meisten Feuerwehrleute mehr als ungelegen kam…)

Wenn Sie auch Interesse haben, sich in irgendeiner Form einzubringen, eventuell auch für die hier wohnenden arabischen Familien, kommen Sie doch einfach freitags von 15 bis 17 Uhr beim Café in der Unterkunft vorbei. Oder Sie melden sich per Mail bei ehrenamt-integration-bw@gmx.de.

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