15|03|2013

Dreharbeiten für den Film Margarete Steiff in Bad Wimpfen

Margarete Steiff, Film-Line

Fernsehfilm Margarete Steiff Dreharbeiten in Bad Wimpfen

Bad Wimpfen ist filmreif! In der Zeit von Mitte Mai bis zum Mitte Juni 2005 drehte die Münchener Produktionsfirma Film-Line ein historisches Fernsehspiel über das Leben der Appolonia Margarete Steiff. Der Film erzählt die Geschichte der Firmengründerin der inzwischen weltbekannten Spielzeugfirma Steiff. Große Teile der Außenaufnahmen dieses Filmes wurden in Bad Wimpfen gedreht. Die wunderschöne alte Stauferstadt wurde ausgewählt, weil sie sich hervorragend als Filmkulisse für eine historische Produktion eignet. So wird zum Beispiel das Haus der Familie in der Bollwerkgasse, die Schule im Burgviertel und der Schulhügel in der Schafsgasse/Klostergasse zu sehen sein. Eine Weihnachtsmarktszene wurde in der Salzgasse gedreht und mit der Wimpfener Marktplatz wird zum „Festplatz“ mit Kutschenfuhrwerken und über 100 Schauspielern und Statisten. Unter der Regie von Xaver Schwarzenberger werden so namhafte Schauspieler wie Heike Makatsch, Suzanne von Borsody und Herbert Knaup zu erleben sein. Bis Applonia Margarete Steiff ihre berühmten Teddybären produzieren kann, muss sie so einiges durchleiden. Kaum zwei Jahre alt befällt sie hohes Fieber und der Tod ist nah. Sie erholt sich, aber die Beine versagen den Dienst. Ihre Eltern sind ratlos und konsultieren vergeblich Ärzte bis sie die niederschmetternde Diagnose der Kinderlähmung erfahren. Margarete ist ein ”Krüppel”, unheilbar, ein hoffnungsloser Sozialfall. Wer nicht arbeiten kann, gilt auf der schwäbischen Alb im 19. Jahrhundert als wertlos. Ein unnützer Esser, der allen zur Last fällt. Doch Margarete ist trotzig. Zwar kann sie auf den eigenen Beinen nicht stehen, aber ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Sie will alles, nur kein ”armes Kind” sein. Gegen den Willen ihrer Eltern besteht sie darauf, in die Schule zu ”gehen”. Sie ist ein rebellischer, visionärer Geist, denkt schnell und mutig. An den Rollstuhl gefesselt erkämpft sie sich unermüdlich, trotz der Schmerzen ihres halbgelähmten rechten Armes, eine Nische als Näherin. Ein kleines Nadelkissen in der Form eines Elefanten bildet den Grundstock ihrer Stofftierproduktion. Sie setzt Willen gegen ihre Schwäche, spart eisern, investiert klug, scheut kein Risiko und macht schließlich aus ihrem Eine-Frau-Betrieb eine Weltfirma. Der Film beginnt 1847 mit der Geburt von Appolonia Margarete Steiff in einer Zeit des Umbruchs. Bürgerliche und industrielle Revolution stellen die Welt auf den Kopf, selbst im ländlichen Württemberg. Für Frauen spielt das kaum eine Rolle. Es gibt kein Frauenwahlrecht und keinen Zugang zu weiterbildenden Schulen. Normal ist ein Leben mit harter Arbeit als Hausfrau, Magd und Mutter. In einer Gesellschaft, in der Arbeit und nochmals Arbeit Wert und Identität eines Menschen bestimmt, ist die gelähmte Margarete ein unwertes Leben. Umso beeindruckender ist ihr Lebenslauf: Gegen gesellschaftliche, gesundheitliche und private Widerstände kämpft sie mit Zähigkeit, Fleiß, Einfallsreichtum und Lebenslust. Sie gewinnt. Mit der Schöpfung der Stofftiere, dieses scheinbar nutzlosen, für den ”Lebenskampf” ganz überflüssigen ”Spielzeugs”, wird sie in Giengen an der Brenz zur Millionärin. Vom abhängigen Krüppel wird sie zur Arbeitgeberin der ganzen Stadt. Als Teddymutter geht sie in die Geschichte ein, und wird, wie viele Frauen, als Persönlichkeit schnell vergessen. Die Schmusetiere jedoch verändern die Kindheit unzähliger Menschen. Sie werden zur wirklichen Revolution und Margarete Appolonia Steiffs nachhaltiger Triumph.

Nähere Informationen erhalten Sie bei der:

Tourist-Information Bad Wimpfen
Carl – Ulrichstr. 1
74206 Bad Wimpfen
Tel.: 07063 97200
Internet: www.badwimpfen.de
E-mail: info@badwimpfen.org

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