15|04|2019

"Kulturregion HeilbronnerLand" feiert Jubiläum

25 Jahre interkommunale Kulturarbeit

Auf 25 Jahre aktive Kulturarbeit blickt in diesem Jahr der Arbeitskreis Kulturregion HeilbronnerLand zurück. Getragen wird er von der Stadt Heilbronn sowie von Städten und Gemeinden des Landkreises Heilbronn und der Region, die mit jährlich wechselnden Schwerpunkten interkommunale Kulturprojekte veranstalten. Bestreben der Kulturregion HeilbronnerLand ist es, gemeinsam Kulturarbeit zu machen, die für jeden greifbar ist. Auch in diesem Jahr: Die Lenkungsgruppe der Kulturregion HeilbronnerLand unter dem Vorsitz von Jagsthausens Bürgermeister Roland Halter hat sich für das Projekt „Pflanzkultur – was blüht und wächst bei uns“ entschieden. Auch, um die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 in den Landkreis und die Region hinauszutragen. Nicht nur mit dem Repräsentanten BUGA-Zwerg Karl, sondern mit vielen Aktionen und Veranstaltungen vor Ort. Knapp siebzig Veranstaltungen sind zwischen April und November in sechzehn teilnehmenden Städten und Gemeinden geplant. Auf Einladung von Bürgermeister Stefan Thoma trafen sich Vertreter der Städte und Kommunen aus Anlass des Jubiläums in der Baukelter in Weinsberg. Landrat Detlef Piepenburg sowie die stell. Vorsitzende der Lenkungsgruppe, die Heilbronner Bürgermeisterin Agnes Christner, würdigten die Arbeit des Arbeitskreises sowie die engagierte Mitwirkung der Kommunen. Natalie Scheerle-Walz, Leiterin des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums sowie des Stadtmuseums Neckarsulm, referierte engagiert und inhaltsreich zur Bedeutung der Kulturarbeit über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg.
Interessante, auch von kleinen Kommunen durchführbare Projekte, kurze Entscheidungswege sowie überschaubare Kosten sind Basis der Arbeit der „Kulturregion HeilbronnerLand“, die auf eine breite Unterstützung von Seiten der Verwaltung bauen kann. Das Thema wird von der Geschäftsstelle erarbeitet, der Lenkungsgruppe (Agnes Christner, Heilbronn, Roland Halter, Jagsthausen, Michael Folk, Offenau, Rolf Kieser, Brackenheim, Ralph-Arno Klumbach, Neckarsulm, Alexander Krüger, Flein,  Ingrid Sterzer, Öhringen, Stefan Thoma, Weinsberg, Thomas Schick, Geschäftsführung) vorgeschlagen, von dieser besprochen und bestätigt. Dann geht die Ausschreibung an die Stadt Heilbronn sowie die Städte und Gemeinden des Landkreises. Je nach Interesse und Thema können auch Kommunen außerhalb des Stadt- und Landkreises Heilbronn teilnehmen, wie seit vielen Jahren z.B. die Stadt Öhringen aus dem benachbarten Hohenlohekreis. Hingewiesen wird auf die interkommunalen Kulturprojekte durch Pressearbeit, eine jeweils zum Projekt aufgelegte Broschüre sowie die Internet-Präsentation www.kulturregion-heilbronnerland.de.
Projekt 2019 „Pflanzkultur – was blüht und wächst bei uns“
Die Stadt Heilbronn, vierzehn Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Heilbronn sowie aus dem Hohenlohekreis die Stadt Öhringen beteiligen sich am Projekt 2019. Von den am Projekt teilnehmenden Städten und Gemeinden, die jeweils die Veranstaltungen vor Ort selbst finanzieren, wurde hierzu eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Veranstaltungen erarbeitet, beginnend mit Erlebnisführungen durch Weinberge oder Obstplantagen, über Exkursionen in Naturschutzgebiete bis hin zu  Märkten oder Vorträgen und Ausstellungen zu Flora und Fauna in der bildenden Kunst. Veranstaltungen finden statt in Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Brackenheim, Eberstadt, Eppingen, Gundelsheim, Heilbronn, Jagsthausen, Lehrensteinsfeld, Neckarsulm, Neuenstadt a.K., Obersulm, Offenau, Öhringen, Weinsberg sowie Zaberfeld.

Gründung 1994 – erste Ausstellung „Skulptur vor Ort“
1994 wurde der heutige Arbeitskreis „Kulturregion HeilbronnerLand“ initiiert. Dass über einen so langen Zeitraum erfolgreiche interkommunale Projekte durchgeführt werden konnten, ist zum einem der großartigen Unterstützung und dem Engagement der Kommunen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken. Zum anderen aber auch der langjährigen Förderung durch die Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn.
Die erste Gemeinschaftsausstellung  fand 1995/96 mit „Skulptur vor Ort“ statt, bei der zeitgenössische plastische Arbeiten in acht Kommunen ausgestellt waren. 1996/97 gab es unter dem Motto „Musikschulen – da geh´ ich hin!“ ein Festival der Musikschulen in dreizehn Städten und Gemeinden. „Gugge mol doo“ hieß 1997 das Kinder – und Jugendtheater-Festival in 23 Kommunen.
1998/99 zeigten dreizehn Kommunen „Zeit-Zeichen“. Auf ein tolles breites Interesse beim Publikum stieß 1999 „Museums(t)räume“, ein gemeinsames Projekt von 67 Museen in 27 Orten.
Das neue Jahrtausend startete 2000 mit „Denk mal – lebendige Geschichte“, Aktionswochen zur Präsentation von 38 Denkmalen. 2001 fand das Literaturprojekt „Wortmeldungen“ mit  mehr als 80 Veranstaltungen über die Dichter und politischen Schriftsteller der Region statt.
„KulturRaum Europa“ lautete 2002 die spartenübergreifende Reihe mit Beiträgen aus den europäischen Partnerkommunen. Von und mit Jugendlichen realisiert wurde „Jugend Live 2003“ im  Jahr 2003, an dem sich 21 Städte und Gemeinden beteiligten.
2004 widmete sich das Projekt der Kulturregion nicht nur wegen der damaligen zahlreichen Schlagzeilen um die Pisa-Studie den Kindern. Mit den „Kinderliteraturtagen“ wurde in 25 Kommunen eine Brücke zwischen Schulen und den örtlichen Büchereien geschlagen. Mit der Veranstaltungsreihe „Kultur und Wein“ im Jahr 2005 verwirklichte der Arbeitskreis eine seit vielen Jahren gehegte Idee, ortsübergreifend Aktionen zu verknüpfen und die Kultur und den Wein eng zu verbinden. Rund einhundert Veranstaltungen in den 28 Städten und Kommunen, die in diesem Jahr am Projekt  teilnahmen, zeigten, wie intensiv diese Chance vor Ort genutzt wurde.
Im Mai 2006 startete das Projekt „Burgen, Schlösser, Wehranlagen“. 21 Kommunen beteiligten sich. Mit diversen Veranstaltungen, von Konzerten über Kindertage bis zu Besuchen hinter sonst verschlossene Türen, wurden diese Objekte, Zeugen der reichhaltigen Geschichte und Teil derer vielfältigen Kulturlandschaft, lebendig präsentiert und kulturell oder geschichtlich erschlossen.
2007 ließen sich bei „Kunst entsteht – Begegnung vor Ort“ Künstlerinnen und Künstler bei der Entstehung ihrer Kunstwerke in öffentlichen Räumen über die Schulter schauen und boten damit Interessierten jeden Alters die Möglichkeit, am Entstehen eines Kunstwerkes teilzuhaben und mit den Ausführenden über deren Gedanken und Methoden zu sprechen.

2008/2009 beteiligten sich die Stadt Heilbronn sowie 25 weitere Kommunen aus dem Landkreis Heilbronn sowie dem Hohenlohekreis am Projekt „Vorhang auf“. Laientheater zeigten hier, dass Theater Spiel und Spaß ist, vor allem aber künstlerische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit.
„Friedhöfe – mehr als eine letzte Ruhestätte“ war ein zweites Projekt in 2009, das bei Kommunen und der Öffentlichkeit sehr gut ankam und bis heute eine große Nachhaltigkeit in Veranstaltungen besitzt. Aufgezeigt wurde dabei die Vielschichtigkeit der Friedhöfe: Als Orte der Besinnung, aber auch der Mahnung sowie der Bewahrung von Stadt-, Gemeinde-, Familien-, Kultur- sowie Natur- und Architekturgeschichte. Zudem wurden Naturfriedhöfe, RuheForste, Friedwälder, Waldfriedhöfe besucht und weitere neue Formen der Bestattung aufgezeigt und diskutiert.
Sechzehn Teilnehmerkommunen hatte die Lenkungsgruppe als Minimum-Teilnehmerzahl angepeilt, um das Projekt 2010 „Künstler gehen in die Schule“ durchzuführen. 23 Städte und Gemeinden nahmen letztendlich teil. Initiiert wurde mit „Kids – Künstler gehen in die Schule“ ein nachhaltig wirkendes Angebot zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Basisüberlegung war, dass für Kinder und Jugendliche u.a. auch sinnliche Erfahrungen für ihre persönliche Weiterentwicklung von großer Bedeutung sind. Erfreulich groß war die Resonanz sowohl bei Künstlern, die Zusammenarbeit mit den Schülern suchten, wie auch bei den Schulen, die diese Chance nutzten. Viele Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind bleibende Kunstwerke im Schulraum.
2011 wurde ein Projekt „Tag unseres besonderen Kulturdenkmals“ angeboten, an dem sich 18 Kommunen beteiligten und hier die Möglichkeit nutzen, nahezu vergessene Denkmale durch eine Veranstaltung vor dem Vergessen zu bewahren oder für mehrere Denkmale im Ort entsprechende Hinweise aufzubauen.
„Museen und Sammlungen – im Kleinen eröffnet sich der Blick für das Große“ - im Jahr 2012 drehte sich das in 22 Orten in den Sommermonaten durchgeführte Projekt um Museen und Sammlungen, die meist liebevoll aufgebaut wurden, aber leider – sieht man von den großen oder überregional bekannten Museen ab - nicht so das Interesse finden, wie sie es verdient hätten.
Jede Gemeinde hat Plätze, die nach bekannten Persönlichkeiten benannt oder geheimnisumwittert sind. Und in jedem Ort gibt es spezielle Straßennamen – deren Ursprung nur noch wenige kennen. Mit „Orte, Plätze, Straßen“ wurde 2013 in 23 Städten und Gemeinden zu diesem Thema interessante und nachhaltige Veranstaltungen durchgeführt und damit viel Wissenswertes wieder ans Tageslicht geholt.
Das Oberzentrum Heilbronn, aus Hohenlohe die Stadt Öhringen sowie achtzehn Kommunen des Landkreises Heilbronn beteiligten sich 2014 bei „Köpfe – Frauen und Männer, die bewegten“. Vorgestellt wurden viele Persönlichkeiten, die nicht immer im Fokus einer breiten Öffentlichkeit stehen. Die Veranstaltungen fanden eine rege Resonanz, begeistert waren die Besucher speziell auch von der Eröffnungsveranstaltung in Heilbronn unter der Pyramide der KSK.
Straßen, Routen, Wege, Pfade. Zu Land oder zu Wasser. Sie führen aus unserem Raum im nördlichen Baden-Württemberg in alle Welt - und alle Welt in unseren Raum. Sie verbinden Orte untereinander. Sie sind Verkehrswege, Handelswege, Radwege, Wanderwege, Fußwege, Wasserwege, Pilgerwege. Viele dieser Wege sind aktuell für den Verkehr, die Wirtschaft oder den Tourismus von Bedeutung, viele haben auch einen historischen Charakter, wie alte Handelsstraßen. Mit dem sehr gut angenommenen Projekt „Unsere Wegenetze – Routen des Lebens“ haben 18 Teilnehmerkommunen 2015 Erinnerungen wach werden lassen und Aktualitäten beleuchtet.
Nach den „Kinderliteraturtagen“ in 2004 und „Künstler gehen in die Schule“ in 2010 standen 2016 mit „KinderKulturTage – in der Kunst wirken, in der Kunst begegnen“ erneut Veranstaltungen und Workshops für die Jüngsten und Jüngeren im Mittelpunkt. Neben Heilbronn und Öhringen beteiligten sich achtzehn weitere Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Heilbronn mit interessanten, spannenden und lehrreichen Veranstaltungen.
2017 ging es bei den vielfältigen Veranstaltungen um „Mythen, Geschichten, Erzählungen – Brunnen im urbanen Raum“. In den 21 teilnehmenden Städten und Gemeinden gab es sehr unterschiedliche Veranstaltungen, die bei den Teilnehmern nachhaltige Eindrücke hinterließen und so manche Erinnerung wach gerufen haben.
Faszinierend war die Breite der Veranstaltungen 2018 zum Thema „Im Bild – das sind wir“. Ob mit Foto oder Pinsel, ob mit einer Ausstellung oder spannenden Mitmach-Aktionen wurde den Besuchern und Teilnehmern wieder ein interessantes Angebot zum Thema vorbereitet und durchgeführt.

April 2019

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