750 Jahre Gotik in Wimpfen

  • gesamt-SO
  • Flyer1
  • Flyer2

Ausstellung „750 Jahre Gotik in Wimpfen“ mit Fachsymposium


Die Ritterstiftskirche zu Bad Wimpfen im Tal zählt zu den bedeutendsten sakralen Baudenkmalen des Landes.

Bereits Mitte des 7. Jahrhunderts war Wimpfen aus fränkischem Königsbesitz an die Bischöfe von Worms gelangt, die hier im Bereich der früheren römischen Stadt eine erste Kirche errichten ließen, die Ausgangspunkt für die weitere Christianisierung im Osten des Bistums Worms am unteren Neckar wurde.
Fernhandelswege über die alte Römerbrücke und das kirchliche Zentrum ließen Wimpfen sehr schnell zu einer blühenden Stadt anwachsen - aber die Brücke über den Neckar brachte nicht nur Wohlstand, sondern zog auch immer wieder Feinde an: Anfang des 5. Jahrhunderts waren es die Hunnen gewesen, 905 kamen die Ungarn. Die Talstadt, überfüllt mit Schutzsuchenden aus der Umgebung, wurde überrannt und völlig zerstört, damit auch die Kirche.
Mit dem Neubau vom Ende des 10. Jahrhunderts, einem Zentralbau nach dem Vorbild der Pfalzkapelle in Aachen, wurde ein adliges Chorherrenstift gegründet, dessen Propst zugleich Archidiakon des Bistums Worms war mit dem Investiturrecht im gesamten Elsenzgau - und die Verpflichtung, dass alle geistlichen Würdenträger dieses Bereichs einmal im Jahr, und zwar am Tag des Patroziniums der Kirche, im Stift zu erscheinen hatten, um Rechenschaft abzulegen, war letztlich auch die Geburtsstunde des Wimpfener Talmarktes.

Im Jahr 1269, so berichtet der Chronist Burkhard von Hall, wurde mit dem notwendigen Umbau der altehrwürdigen, aber inzwischen in die Jahre gekommenen romanischen Stiftskirche in Wimpfen im Tal unter der Leitung eines aus Frankreich gekommenen Baumeisters als „opus francigenum“ begonnen - der Anfang der Gotik in Wimpfen und ein frühes Beispiel der neuen Art zu bauen in Süddeutschland!
Die sich daraus bis zum 15. Jahrhundert entwickelnde Kirche mit ihrem herrlichen figurenreichen, von Straßburg beeinflussten Südportal zählt heute zu den schönsten sakralen Bauwerken Baden-Württembergs, das schon in der Romantik zahlreiche Maler und Dichter anzog und bis heute weitgehend unverändert geblieben ist.  
Das Südportal mit dem großen sechsbahnigen Maßwerkfenster und der besinnlich stimmende Kreuzgang mit seinem kunstvollen plastischen Schmuck sind hervorragende Beispiele der frühen Gotik in unserem Raum und haben bis auf den heutigen Tag nichts von ihrem Reiz verloren.  

Der 750-jährigen Wiederkehr des Baubeginns gedenken die Stadt Bad Wimpfen und der Verein „Alt Wimpfen“ e. V. in Zusammenarbeit mit den Maltesern, dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt, dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart und dem Bistum Mainz in einer Ausstellung mit einem Symposium, an dem bedeutende Kunsthistoriker aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz teilnehmen werden.

In das Rahmenprogramm werden auch die ehemalige Dominikanerkirche als Beispiel für die Architektur der Bettelorden und die Stadtkirche als spätgotisches Gotteshaus einbezogen.  

Die Ausstellung

Die Ausstellung umfasst:

  • Glasfenster: Ausgestellt werden Kopien der im Hessischen Landesarchiv Darmstadt befindlichen Glasmalereien von um 1270 mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.
  • Statuen:  Die Stiftskirche besitzt wie wenige Kirchen der Zeit ausgedehnte Plastikzyklen des 13. Jahrhunderts; ausgestellt werden Originale aus dem Lapidarium des Klosters.
  • Altartafeln: Kopien von zwei Tafeln eines spätmittelalterlichen Flügelaltars, u. a. mit Darstellungen der Heiligen Petrus und Paulus (Originale Hessischen Landesmuseum Darmstadt).
  • Bauzeichnungen der Stiftskirche.

Die Ausstellung wird am 08. September, dem Tag des offenen Denkmals, um 11 Uhr eröffnet und ist bis 3. November im Kreuzgang der Ritterstiftskirche St. Peter im Tal zu besichtigen.
Die Öffnungszeiten sind wie folgt: Dienstag bis Freitag, von 15-17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14-17 Uhr.

Führungen

Begleitend zur Ausstellung werden Sonderführungen in deutsch, englisch und französisch angeboten: Jeden Samstag um 15 Uhr (in deutsch) sowie nach Vereinbarung (07063-97200, info@badwimpfen.org).

Das Fachsymposium

Das ganztägige Fachsymposium findet am 14.09.2019 im Kreuzgang der Ritterstiftskirche statt.

Programm
Vormittag (ab 9.30 Uhr)

  • „Steinmetzwanderungen über Sprachgrenzen hinaus“, Dr. Anne-Christine Brehm
  • „Im Westen nichts Neues? Entscheidungsprozesse zur Westfassadengestaltung in Wimpfen und Straßburg im Lichte formaler und baulicher Befunde“, Prof. Marc Schurr/Dr.-Ing. Ilona Dudzinski
  • „Architekturökonomien. Die Stiftskirche in Wimpfen“, PD Dr. Richard Nemec

Nachmittag (ab 14 Uhr)

 

  • „Die Plastiken“, Prof. Dr. Kurmann
  • „Das Wimperg-bekrönte Portal. Fassadengestaltung als ein Thema mit Variationen, ca. 1250-133“, Prof. Dr. Ute Engel
  • „Architekturmodelle oder Modellarchitektur? Die Baldachine des Südportals der Stiftskirche zu Wimpfen.“, Prof. Dr. Bruno Klein
  • „Musealisierte Bibelfenster. Die Glasmalereien der ehemaligen Ritterstiftskirche St. Peter in Wimpfen im Tal im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.“, Dr. Thomas Foerster

Die Tagungsgebühr inkl. Verpflegung beträgt 50,00 Euro. Anmeldungen werden per Post (Stadtverwaltung Bad Wimpfen, Selina Rothenhöfer, Marktplatz 1, 74206 Bad Wimpfen), telefonisch (07063 53-167) und per E-Mail (rothenhoefer@badwimpfen.de) entgegengenommen. Der Anmeldeschluss ist der 31.08.2019.

Das Begleitprogramm

21.09.2019, 19.30 Uhr, ehemalige Dominikanerkirche

  • „Die Architektur der Bettelorden“, Prof. Dr. Stefan Bürger
  • „Die Glasfenster im Landesmuseum Württemberg“, Katharina Wilke M.A.

28.09.2019, 19.30 Uhr, ev. Stadtkirche

  • „Virgo Pia Roga pro me – die Pfarrkirche St. Marien in Wimpfen und ihre Bilder“, Prof. Dr. Katharina Flügel

Sämtliche Beiträge werden im Anschluss in Buchform publiziert.

Informationen

Nähere Informationen sind bei Frau Rothenhöfer erhältlich: 07063 53-167, rothenhoefer@badwimpfen.org.

 

 

Das passt auch zu Ihnen...

Ausstellungen

Informationen zu Ausstellungen in Bad Wimpfen 

Essen & Trinken

Gaststätten, Kneipen, Restaurants und Cafés in Bad Wimpfen