Mittwoch, 26. September, 19.30 Uhr | Das Leben des Galilei

von Berthold Brecht

Galileo Galilei ist ein gefährlicher Mann, denn er weiß: Die Wahrheit ist ein Kind der Zeit. Mit neuen Instrumenten vermag die Wissenschaft, neue Erkenntnisse zu gewinnen und scheinbar unumstößliche Wahrheiten in Zweifel zu ziehen. Mit Hilfe eines Fernrohrs entdeckt Galilei am Himmel Erscheinungen, die belegen, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Damit wäre die Lehre des Kopernikus bewiesen. Mit ihr würde eine neue Zeit anbrechen; sie würde die Herrschaftsansprüche von Staat und Kirche untergraben. Als der wichtigste Astronom im Vatikan Galileis Entdeckungen bestätigt, hofft dieser, endlich den Sieg für die Vernunft errungen zu haben. Das Heilige Offizium aber erklärt das kopernikanische Weltbild für ketzerisch.

Acht Jahre lang hält Galilei still. Er sieht seine Chance, als ein Wissenschaftler zum neuen Papst gewählt wird. Doch dieser hält wider besseres Wissen an der alten Wahrheit fest und lässt Galilei von der Inquisition verhören. Unter Androhung der Folter widerruft Galilei seine Lehre und enttäuscht seine Anhänger; allen voran Andrea Sarti, seinen besten Schüler. Bis zu seinem Tod bleibt Galilei ein Gefangener der Inquisition, kann aber die Discorsi, sein wissenschaftliches Vermächtnis, vollenden. Als ihn Andrea Sarti nach zehn Jahren ein letztes Mal besucht, bevor er Italien verlässt, gibt ihm Galilei eine heimlich angefertigte Abschrift der Discorsi mit. Es gelingt Andrea, das Buch über die Grenze zu schmuggeln.

Bertolt Brechts 1938 im dänischen Exil begonnenes Schauspiel Leben des Galilei liegt in drei Fassungen vor. Unter dem Eindruck des Abwurfs amerikanischer Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki war es die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft, die Brecht ins Zentrum der letzten Fassung

Karten im I. Rang 12,00 €/8,00 €, II. Rang 11,00 €/7,00 €, Rang III € 9,00/6,00. Eintrittskarten und weitere Infos bei Kultur und Tourismus Telefon 07063-97200.

 

 

Mittwoch 31. Oktober, 19.30 Uhr | Hexen

von Peter Lund/Danny Ashkenasi

Zwei Frauen stehen an der Bushaltestelle und tragen das gleiche Kleid. Skandal! Magie ist im Spiel. Sie scheinen sich zu kennen, obwohl sie einander noch nie begegnet sind. Anna Golde und Grete Strumpf sind Hexen, und Hexen erkennen sich immer und überall. Beide stehen sie an der Schwelle zu ihrem neunten Hexenleben, höchste Zeit, Bilanz zu ziehen, um im nächsten und letzten Leben endlich die richtigen Entscheidungen zu treffen. In bösen, komischen und aberwitzigen Szenen und Songs erzählen Anna und Grete, wie es ihnen in zweitausend Jahren Zivilisation bisher ergangen ist. Ob als Eva, Salome, Lady Macbeth, Lillith, Circe, Lebkuchenhexe oder Medea – jedes Mal mussten sie sich aufs Neue mit der Entscheidung zwischen Familie und Karriere herumschlagen. Aber warum hat sich daran bis heute nicht wirklich etwas verändert? Und warum ist das mit der Liebe nur immer so schwierig? So viel steht fest: Hexen wollen was vom Leben und ihren Männern, lieben die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und sind bereit, dafür Konventionen zu sprengen und Tabubrüche zu begehen. Auf dem Scheiterhaufen landen sie sowieso meist.

Das Kammermusical Hexen des deutschen Regisseurs und Autors Peter Lund und des amerikanischen Komponisten Danny Ashkenasi entwickelte sich gleich nach seiner Uraufführung im Jahre 1991 zu einem Dauerbrenner auf Deutschlands Studiobühnen. Die Musik bietet Anklänge an amerikanische Volksmusik, die späten Werke Weills, französischen Chanson sowie jiddischen Klezmer. Sie reicht von Balladen über kleine Arien und Duette bis hin zu Sprechgesang und untermaltem Dialog.

Karten im I. Rang 12,00 €/8,00 €, II. Rang 11,00 €/7,00 €, Rang III € 9,00/6,00. Eintrittskarten und weitere Infos bei Kultur und Tourismus Telefon 07063-97200.

Mittwoch, 5. Dezember 19:30 Uhr | Der nackte Wahnsinn

von Michael Frayn

Chaos pur bei der Generalprobe eines Tourneetheaters: Die Premiere der ziemlich platten Komödie Nackte Tatsachen steht kurz bevor und nichts klappt. Dotty vergisst permanent ihre Requisiten und Selsdon seinen Text, Brooke verliert ständig ihre Kontaktlinsen und der Regisseur Lloyd langsam auch seine Geduld. Hinzu kommen zahlreiche Zankereien, Eifersüchteleien und eine Menge Missverständnisse innerhalb des Ensembles: Wer hat nun mit wem eine Affäre? Was tun mit hysterischen und nervenschwachen Schauspiel-Diven? Wie bekommt man einen vom Whiskey angeheiterten Kollegen dazu, seinen Auftritt nicht zu versäumen?

In dieser turbulenten Komödie erlebt der Zuschauer die planlose Theatertruppe zunächst bei der Generalprobe aus Sicht des Zuschauerraums, bei einer der späteren Vorstellungen mit Blick auf die Hinterbühne und bei einer der letzten Aufführungen wieder aus der Zuschauerperspektive. Eines haben alle drei Darbietungen gemeinsam: Nichts läuft so, wie es soll; es wird munter improvisiert und alles gerät mehr und mehr aus dem Ruder – sowohl im Privatleben der Darsteller als auch in der Bühnenhandlung: Eben der nackte Wahnsinn!

Mit Noises Off, so der englischsprachige Titel, ist dem britischen Autor Michael Frayn einer der großen Klassiker unter den Theaterkomödien gelungen. Seit der Uraufführung 1982 in London wird seine „Farce in der Farce“ weltweit erfolgreich nachgespielt. Die Zuschauer erleben nicht nur ein Pointen-Feuerwerk mit zahlreichen Bühnenpannen, sondern erhalten auch einen Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen. Der nackte Wahnsinn ist eine Liebeserklärung an das Theater.

Karten im I. Rang 12,00 €/8,00 €, II. Rang 11,00 €/7,00 €, Rang III € 9,00/6,00. Eintrittskarten und weitere Infos bei Kultur und Tourismus Telefon 07063-97200.