Die Badische Landesbühne

Pro Spielzeit zeigt die Badische Landesbühne in Bad Wimpfen insgesamt neun Vorstellungen, wobei zwei Vorstellungen das Kinder- und Jugendtheater bestreitet. Der Spielplan beinhaltet eine reichhaltige Mischung aus musikalischen Programmen, klassischem Schauspiel und zeitgenössischer Dramatik sowohl im Abendspielplan wie auch im Kinder- und Jugendtheater.

Eine Besonderheit sind die jährlich im Juni und Juli stattfindenden Freilichtaufführungen in beiden Sparten.

Die regelmäßigen Theateraufführungen der Badischen Landesbühne finden im Bad Wimpfener Kursaal (Osterbergstr. 16) sowie im Sommer unter freiem Himmel vor dem Kurhaus statt.

Die Freilichtvorstellungen finden im Kurpark, Osterbergstraße, statt (Bei schlechter Witterung: Kursaal).

Weitere Informationen unter www.dieblb.de.

  

Spielzeit 2019/20

Mittwoch 09. Oktober, 19.30 Uhr | Der Illegale

von Günther Weisenborn und Konstantin Wecker

+++ Uraufführung +++

Der Schriftsteller Günther Weisenborn, geboren 1902 in Velbert, hatte im Berlin der späten Weimarer Republik großen Erfolg. Er arbeitete mit Brecht und Eisler zusammen. Von den Nationalsozialisten wurden seine Werke 1933 verboten und verbrannt. 1937 schloss er sich der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen an, die 1942 aufgedeckt wurde. Auch Weisenborn wurde verhaftet und verurteilt, bis zur Befreiung 1945 war er im Zuchthaus Luckau inhaftiert. Mit dem Schauspiel Die Illegalen schrieb er eines der meistgespielten Stücke der Nachkriegszeit und sein Erinnerungsbuch Memorial wurde 1948 ein Bestseller.
In der jungen Bundesrepublik engagierte sich Günther Weisenborn gegen die Wiederbewaffnung und warnte vor einem Wiedererstarken des Faschismus. Am 26. März 1969 starb er in Berlin.
In Szenen und Songs, Lyrik und Prosa wird das Werk und das bewegte Leben des Widerstandskämpfers und Autors vorgestellt. Der Liedermacher und Komponist Konstantin Wecker hat die Songtexte Weisenborns vertont, die im Rahmen der Uraufführung von Der Illegale erstmals zu hören sind.

Inszenierung: Carsten Ramm

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 19:30 Uhr | Die Vermessung der Welt

von Daniel Kehlmann

+++ Einführung um 19.00 Uhr +++

Der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Mathematiker Carl Friedrich Gauß verfolgten ein Leben lang ein und dasselbe Ziel: die Vermessung der Welt! Während sich Humboldt durch Urwald und Steppe kämpfte, den Orinoko befuhr, in Erdlöcher kroch, Berge bestieg und Selbstversuche machte, bewies Gauß die Krümmung des Raumes von seinem Schreibtisch aus. 1828 lädt ihn Humboldt zu einem Kongress nach Berlin ein. Gauß hat wenig Lust, seine Heimatstadt zu verlassen. Da Humboldt aber hartnäckig bleibt, steigt er schließlich doch in die Kutsche. Begleitet wird er von seinem Sohn Eugen, den Gauß für völlig beschränkt hält. So kommt es, dass sich die beiden mittlerweile gealterten Geistesgrößen zum ersten Mal begegnen. Während sie darüber debattieren, was wahre Wissenschaft ausmache, gerät Eugen in eine Demonstration und wird prompt verhaftet.
Mit hintergründigem Humor beschreibt Daniel Kehlmann das Leben der zwei Genies zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Die Badische Landesbühne zeigt den philosophischen Abenteuerroman und Weltbestseller anlässlich des 250. Geburtstags des herausragenden Universalgenies Alexander von Humboldt.

Inszenierung: Arne Retzlaff

Mittwoch, 20. November 19:30 Uhr | nichts, was uns passiert

von Bettina Wilpert

Sommer 2014. In Brasilien ist Fußballweltmeisterschaft, im Leipziger Studentenmilieu wird mit viel Alkohol gefeiert. Anna jobbt nach ihrem Studium in einer Kneipe und lernt Jonas kennen. Sie verbringen eine Nacht, aus der nichts folgt; kein Frühstück, keine Verabredung. Zufällig treffen sie sich auf einer Party wieder, völlig betrunken schleppt Jonas Anna ab. Aber sie will diesmal keinen Sex und sagt nein – oder glaubt zumindest, nein gesagt zu haben. Anna ist zu kraftlos, um Jonas aufzuhalten.
Nach zwei Monaten zeigt sie ihn an. Was sie als Vergewaltigung erlebt hat, war für ihn einvernehmlicher Sex. Er fühlt sich gebrandmarkt, stigmatisiert, sie sieht sich als Falschbeschuldigerin diffamiert. Was ist in besagter Nacht wirklich passiert? Berichte von Anna und Jonas, von Freunden, Verwandten, WGMitbewohnern und Arbeitgebern ergeben ein widersprüchliches Bild.
Bettina Wilpert erhielt für nichts, was uns passiert den ZDFaspekte-Literaturpreis 2018. Ihr Debütroman thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie unsere Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.

Inszenierung: Ruth Messing

Mittwoch, 11. Dezember 19:30 Uhr | Das Schmuckstück

von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy

Suzanne hat sich an die Pascha-Allüren und die Seitensprünge ihres Mannes Robert gewöhnt. Mit der Rolle der bürgerlichen Hausfrau hat sie sich arrangiert. Unmut macht sich nun aber unter den Arbeitern von Roberts Regenschirmfabrik breit. Höhere Löhne und sozialere Arbeitsbedingungen kommen für ihn aber nicht in Frage. Die Belegschaft tritt in Streik! Nach einem Handgemenge wird Robert gefangen genommen. Hilfesuchend wendet sich Suzanne an den kommunistischen Bürgermeister Babin. Diesem gelingt es, den Unternehmer freizubekommen, konfrontiert ihn aber mit einer unsauberen Buchführung. Robert erleidet einen Herzanfall. Dass sein Sohn die Musikerin Floriane heiraten möchte, macht die Sache nicht besser; muss er doch annehmen, deren Vater zu sein! Während Robert zur Erholungskur geht, übernimmt Suzanne die Leitung der Firma und krempelt den Laden kräftig um.
Das Schmuckstück erlangte durch die Verfilmung mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu große Bekanntheit. Die Badische Landesbühne bringt die temporeiche Boulevardkomödie über Emanzipation und Frauenpower mit live gesungenen Chansons auf die Bühne.


Inszenierung: Carsten Ramm

Mittwoch, 25. März 19:30 Uhr | Welt am Draht

von Rainer Werner Fassbinder und Fritz Müller-Scherz

+++ Einführung um 19.00 Uhr +++

Mit Hilfe des Supercomputers Simulacron haben Wissenschaftler um Professor Vollmer am Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung, IKZ, eine Welt erschaffen, die von künstlichen Menschen bewohnt wird. Die Forscher, darunter Vollmers Assistent Fred Stiller, haben Zugang zu dieser Welt. Einer ihrer Bewohner, ein Mann namens Einstein, weiß, dass er in einer Simulation lebt. Er ist die Kontaktperson der Forscher. Nachdem Professor Vollmer durch einen Unfall ums Leben kommt, wird Stiller zum Technischen Direktor des Instituts befördert. Dass sein Kollege Lause plötzlich spurlos verschwindet und sich niemand an dessen Existenz erinnern kann, ist nur einer von vielen rätselhaften Zwischenfällen am IKZ, denen Stiller auf den Grund gehen will. Einen Hinweis erhält er von Einstein, dem es kurzzeitig gelingt, der Simulation zu entkommen: Auch Stillers Wirklichkeit sei lediglich simuliert und werde von einer höheren Ebene aus gesteuert.
Rainer Werner Fassbinder ist mit Welt am Draht eine packende Mischung aus Krimi und Science-Fiction gelungen, die das Spiel mit verschiedenen Wirklichkeitsebenen verblüffend spannend und klar zu verbinden weiß.

Inszenierung: Carsten Ramm

Mittwoch, 13. Mai 19:30 Uhr | Mercedes

von Thomas Brasch

Zwei junge Menschen treffen sich im Nirgendwo: Sakko hat seinen Job verloren, eine Abfindung bekommen, ist arbeitslos, haltlos und einsam. Er steht an der Straße und zählt die vorbeifahrenden Autos. Um seinem Leben wieder Sinn zu geben, sieht er als einzigen Ausweg die Verpflichtung bei der Armee. Oi ist da anderer Meinung. Für sie ist freie Zeit doppelte Zeit, arbeitslos oder Urlaub – das mache keinen Unterschied. Wenn sie etwas braucht, klaut sie es im Supermarkt. Und zur Not nimmt sie auch mal Geld für Sex. Sakko und Oi, so grundverschieden ihre Haltungen zum Leben auch sind, versuchen sich langsam anzunähern, probieren unterschiedliche Rollen, Konstellationen, Versuchsanordnungen aus, nehmen Rauschmittel und immer wieder neuen Anlauf.
Das Werk von Thomas Brasch (1945-2001) ist eines der markantesten der neueren deutschen Literatur. Seine Texte beschreiben soziale Unfreiheit und die unbedingte Sehnsucht nach Utopie. Sein sprachgewaltiges Stück Mercedes ist eine Liebesgeschichte. Über den Umweg von Experiment und Spiel wird für zwei gestrandete Einzelne etwas möglich, was in der stupiden Realität nicht zustande kommt: Nähe.

Inszenierung: Robert Stadlober

Mittwoch, 17. Juni 17:00 Uhr | Rapunzel oder Wen die Liebe trifft

von Katharina Schlender und den Brüdern Grimm

Rapunzel ist neugierig, will andere Jugendliche treffen und sich ihren Platz in der Welt erobern. Doch das passt ihrer Ziehmutter, der Zauberin Gotel, überhaupt nicht. Sie sperrt das Mädchen in einen Turm in einem abgelegenen Wald. Rapunzel beklagt sich und wird von Prinz Thomas, der weder kämpfen noch König werden will, erhört. Er bittet sie, ihre langen Haare herunterzulassen und klettert an ihnen hoch: Es ist Liebe auf den ersten Blick! Eifersüchtig auf das junge Glück schickt Gotel Rapunzel in die Wüste, aber die Liebe ist stärker als alles auf der Welt.
Katharina Schlenders moderne Adaption des Grimm-Märchens erzählt von Liebe, Angst und Einsamkeit. Ein poetisches und humorvolles Stück, ein Plädoyer für Zweisamkeit und Unabhängigkeit zugleich.

Inszenierung: Louis Villinger/ab 6 Jahren/1. Klasse

Mittwoch, 17. Juni 19:30 Uhr | Das Sparschwein

von Eugène Labiche

+++ Freilichtaufführung +++

Eine Pokerrunde in der französischen Provinz: Champbourcy, Rentier und Kommandant der freiwilligen Feuerwehr, seine Schwester Léonida und seine Tochter Blanche, der Bauer Colladan, der Apotheker Cordenbois und der junge Notar Félix zahlen in ein Sparschwein ein, das endlich geschlachtet werden soll. Aber was anfangen mit dem Geld? Jeder hat einen Vorschlag für eine gemeinsame Unternehmung, ganz demokratisch soll abgestimmt werden. Léonida gelingt es, ihren Bruder und ihre Nichte von einem Ausflug nach Paris zu überzeugen. Nicht ohne Hintergedanken: Seit drei Jahren gibt sie eine Kontaktanzeige auf, nun hat sich ein Heiratsvermittler gemeldet und macht ihr Hoffnung auf ein Rendezvous in der Hauptstadt. Der Ausflug nach Paris gewinnt mit knapper Mehrheit und am nächsten Morgen macht sich die Reisegruppe auf den Weg.

Eugène Labiche (1815-1888), Großmeister des französischen Boulevardtheaters, zieht in Das Sparschwein alle Register: Temporeich treibt er seine Protagonisten in die Fallen und Fettnäpfe der Großstadt, führt die Eitelkeiten und den naiven Übermut der Dörfler genüsslich vor und lässt ihre Träume gnadenlos zerplatzen.

Inszenierung: Arne Retzlaff

HINWEIS

Die Aufführung findet im Kurpark statt, bei schlechtem Wetter wird diese in den Kursaal verlegt.

Preise Spielzeit 2019/20

 

Einzelpreise

regulärermäßigtSchüler
I. Platz12,00 €8,00 €
II. Platz11,00 €7,00 €
III. Platz9,00 €6,00 €
junge BLB6,00 €4,00 €
Schülervorstellung3,50 €

 

Abopreise

regulärermäßigtSchüler
Großes Abo I. Platz65,00 €50,00 €
Großes Abo II. Platz60,00 €45,00 €
Großes Abo III. Platz50,00 €30,00 €
Quartett40,00 €
Sextett55,00 €
Schnupper-Abo33,00 €
Das junge Abo15,00 €



Abonnements

Großes Abo
Sieben Stücke im Abonnement, reservierter Sitzplatz, verschiedene Platz- und Preiskategorien, bis zu 35 Prozent Ersparnis gegenüber dem normalen Preis.

Das junge Abo
Ob Klassiker, Komödie oder moderne Dramatik: Mit unserem neuen Angebot können Schülerinnen und Schüler drei Stücke aus unserem gesamten Spielplan zu einem individuellen Abo miteinander kombinieren.

Quartett/Sextett
Vier/sechs übertragbare Gutscheine, gültig für alle Produktionen der BLB, bei freier Terminwahl und bester verfügbarer Platzkategorie.

Das Schnupper-Abo
Egal ob für Weihnachten, zu einem Geburtstag oder nur, um eine Freude zu machen: Das Schnupper-Abo der Badischen Landesbühne ist immer ein ideales Geschenk. Das kleine Abo bietet drei Theateraufführungen zu festgelegten Terminen bei bester verfügbarer Platzkategorie.

Weitere Informationen sind bei der Kultur & Tourist-Inf

ormation: 07063 97200, info(at)badwimpfen.org erhältlich.