Der Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer

Routenführung durch Bad Wimpfen –Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnisse begleiten den Pilger auf Schritt und Tritt

Der Pilgerweg von Rothenburg zu der alten Domstadt Speyer orientiert sich an der so genannten ehemaligen „Hohen Straße“ und ist ein Teilstück der internationalen Hauptroute von Prag, Nürnberg, Rothenburg, Speyer, Metz, Vezelay bzw. Speyer, Straßburg, Vezelay oder Le Puy nach Santiago de Compostela in Spanien. Dort liegt in der Kathedrale der Apostel Jakobus der Ältere begraben. Die Strecke ist ein bis in die frühgeschichtliche Zeit zurückgehender Fernverbindungsweg. Für die Pilger wurde der Weg mit der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund oder dem gelben Pfeil markiert. Grüne idyllische Flusstäler wie das Jagsttal und das Neckartal mit sehenswerten Städten und Pilgerstationen machen den Wanderweg attraktiv.

In den letzten Jahren hat die Pilgerschaft unter anderem durch das Buch „Ich bin dann mal weg“ einen ungeahnten Auftrieb erhalten. In ganz Europa sind viele alte Pilgerwege wieder neu entstanden.

Ausgangspunkt dieses Weges ist in Rothenburg die Stadtkirche St. Jakob. Ihr Hochaltar von 1466 zeigt auf der Werktagsseite die Bilder der Jakobuslegende.

Auf der Hohenloher Ebene ist der Weg bis zum Ort Erpfersweiler identisch mit dem Jakobsweg Rothenburg - Rottenburg. Nach der Jagstbrücke in Heimhausen beginnt das idyllische Jagsttal mit seinen mittelalterlichen Wallfahrtskapellen, Jakobuskirchen und dem ehemaligen Zisterzienserkloster Schöntal (1157 - 1903).  Dieses ist eine prachtvolle geistliche Residenz der Barockzeit.

Nach Jagstfeld führt ein Fußweg der Eisenbahnbrücke über den Neckar nach Bad Wimpfen im Tal. Wo einst ein römisches Kastell stand, befindet sich heute die Ritterstiftskirche Sankt Peter und das Kloster Bad Wimpfen. Die Ritterstiftskirche besteht aus einem romanischen Westwerk des 10. Jahrhunderts und gotischen Langhaus und Chor aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist damit eines der ältesten Bauwerke der Gotik in Deutschland. Am Südostpfeiler des Chorraumes steht eine Statue des Heiligen. Jakobus., der der Namenspatron der  vom 15. bis 17. Jahrhundert hier beheimateten und überaus begüterten Bruderschaft ist. Die Ritterstiftskirche ist täglich von 8 bis 19 Uhr (18 Uhr im Winter) geöffnet. Der Kreuzgang wird von der Denkmalstiftung Baden Württemberg als „ein wegweisendes Ensemble neckarschwäbischer Gotik“ bezeichnet, das wohl von französischen Baumeistern initiiert wurde. „Sein Kreuzgang, begonnen mit dem Ostflügel im 13. und beendet mit dem Westflügel im 15. Jahrhundert, gilt als einer der schönsten und besterhaltenen im Land.“

Selbst Dichter wie Nikolaus Lenau wurden durch den Kreuzgang mit seinen verzierten Kapitellen inspiriert und schrieben Gedichte wie „Das Vogelnest“.

Der restaurierte Kreuzgang kann (von Ostern bis Mitte Oktober) dienstags bis freitags und an Sonntagen von 15 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt beträgt 1,- € für Erwachsene und 0,50 € für Schüler und Studenten. Ein Faltblatt informiert über die Besonderheiten und kann am Eingang erworben werden. Mehr Interessantes über den Kreuzgang und die Ritterstiftskirche vermitteln Führungen, die am ersten Montag (ungerade Monate) im Monat um 15 Uhr stattfinden. 

Neben Kulturinteressierten wird der Kreuzgang von Teilnehmern an Exerzitien und Besinnungstagen genutzt. Der Lichteinfall durch die Arkadenbögen, das Plätschern des Brunnens und die Stille geben diesem Ort ein besonderes Ambiente. Einkehr und Erholung mit geistlicher Begleitung sind ein Angebot des Klosters Bad Wimpfen.

Sehr lebhaft wird es einmal im Jahr um die Kirche zum Patroziniumsfest Ende Juni. Zu dieser Zeit findet der Talmarkt mit seiner über 1050-jährigen Tradition (damit ist er einer der ältesten Märkte in ganz Deutschland) statt und erfreut mit Eröffnungsumzug, Festzelt, Rummelplatz und Krämermarkt.

Doch ansonsten treffen die Pilger eher Stille im Kloster an und sowohl das Kloster wie auch das Hotel am Rosengarten und die Tourist-Information vergeben den Pilgerstempel.

Bad Wimpfen am Berg mit der ehemals größten Kaiserpfalz nördlich der Alpen ist eine weitere Sehenswürdigkeit. Die historische Altstadt mit mittelalterlichen Türmen und Toren, den Pfalzarkaden, der ev. Stadtkirche sowie vielen Fachwerkhäusern steht komplett unter Denkmalschutz und lädt zum Verweilen ein.

Die katholische „Stadtpfarrkirche zum Heiligen Kreuz“ von Wimpfen am Berg wurde im 13. Jahrhundert als Klosterkirche des Dominikanerordens begonnen. Ihren heutigen Namen verdankt das Gotteshaus der Kreuzreliquie, die bereits seit dem 13. Jahrhundert hier aufbewahrt wird. Nach 1300 wurde die Kirche gotisch gestaltet und erfuhr 1713 einen erneuten Umbau, wodurch sie nun in barocker Gestalt vorzufinden ist. Die Stadtpfarrkirche wird allerdings aufgrund ihrer Vergangenheit als Klosterkirche auch als Dominkanerkirche bezeichnet. Das dazugehörige Kloster wurde 1264/1269 gegründet und von Dominikanermönchen genutzt. Nach der Säkularisierung wurde das Kloster nach 1818 aufgelöst und so befinden sich heute in dem Kloster mit seinem Kreuzgang Räumlichkeiten des Hohenstaufen-Gymnasiums.

Einen weiteren sehenswürdigen Halt bietet die Kreuzigungsgruppe des Mainzer Bildhauers Hans Backoffen. Diese Skulptur wurde um 1517 von dem damaligen Bürgermeister Hans Koberer gestiftet und zeigt besonders eindrucksvoll die Leiden der Dargestellten.

Über Bad Rappenau führt der Pilgerweg dann weiter nach Sinsheim im Kraichgau.

(Vom Kloster Schöntal ist es auch möglich, eine Nordroute durch den Odenwald nach Sinsheim zu nehmen. Auf dieser erreicht der Pilger Adelsheim mit seiner mittelalterlichen St. Jakobskirche, anschließend die Stadt Mosbach mit der Stiftskirche, der historischen Altstadt und der Gutleutkapelle, in der wohl Pilger Rötelzeichnungen von Muscheln hinterlassen haben.)

Bevor der Wanderer in die Rheinebene kommt, erwartet ihn am Rande des Kraichgaus der Letzenberg mit seiner Wallfahrtskapelle. Von hier aus kann man bereits den Kaiserdom von Speyer sehen. Vor dem Dom in Speyer grüßt der bronzene Pilger bevor die Strecke durch das Elsaß, Burgund sowie Lothringen weiterführt.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.jakobsweg-rothenburg-speyer.de . Der Weg kann unter Google-maps abgerufen werden.

Ein Faltblatt zum Pilgerweg ist ebenfalls erhältlich und kann bei der der Tourist-Information Bad Wimpfen unter Tel. +49 7063 97200 angefordert werden.

Stadtführung

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