Nachhaltiges Wirtschaften
Unternehmen stehen heute mehr denn je vor der Aufgabe, wirtschaftlichen Erfolg mit nachhaltigem Handeln zu verbinden. Themen wie Energieeffizienz und -einsparung sind vor dem Hintergrund jüngster geopolitischer Entwicklungen und steigenden Energiepreisen zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor geworden. Wer seinen Energieverbrauch senkt, spart Kosten, stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit und positioniert sich zukunftssicher am Markt. Gleichzeitig ist das Thema Klimaschutz sowohl gesellschaftlich als auch gesetzlich von hoher Relevanz und gewinnt zunehmend an Bedeutung für Kunden, Partner und Fachkräfte.
Diese Seite bietet Ihnen einen kompakten und praxisnahen Einstieg in zentrale Themen rund um nachhaltiges Wirtschaften. Sie finden hier einen Überblick über Fördermöglichkeiten, Leitfäden bis hin zu Beratungs- und Informationsangeboten. Ziel ist es, Ihnen Orientierung zu geben und auf erste Anlaufstellen hinzuweisen, die Sie bei der Umsetzung unterstützen können.
Schneller Einstieg in das Thema Energieeffizienz
In den meisten Betrieben finden sich noch Potenziale, um den Energiebedarf zu reduzieren. Die Initiative für Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke hat Materialen zu über 100 praktischen Handlungsempfehlungen für Energieeffizienz erarbeitet. Darin enthalten sind Maßnahmen, die sich schnell umsetzen lassen und gleichzeitig rentabel sind. Maßnahmen sind zum Beispiel die Isolierungen von Wärmeleitungen, die Anhebung der Kühltemperatur im Serverraum oder Lecks in Druckluftnetzen zu schließen.
Die Materialen beinhalten eine Maßnahmenliste, die eine Übersicht zu allen Maßnahmen sortiert nach Umsetzungsdauer und kategorisiert in die Bereiche Personal, Technik und gering-investiv. Für jede Kategorie gibt es nochmal eine separate Checkliste zur Unterstützung der Planung und Umsetzung. Diese finden Sie hier:
- Checkliste für personenbezogene Maßnahmen
- Checkliste für technische Maßnahmen
- Checkliste für gering-investive Maßnahmen
Zu guter Letzt gibt es noch eine Reihe von Factsheets mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Praxisbeispielen zu den Maßnahmen. Die Factsheets finden Sie hier:
Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen
Beratungen
- Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus fördert Beratung für KMUs in allen wirtschaftlichen, finanziellen, technischen und organisatorischen Bereichen der Unternehmensführung und der Anpassung an neue Wettbewerbsbedingungen mit 350 € pro Tag.
- Über die KEFF+, der Kompetenzstelle für Energie- und Ressourceneffizienz, können KMUs im produzierenden Gewerbe eine kostenlose Beratung zu Material- und Ressourceneffizienz erhalten.
- Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Energieaudits für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme und energetische Beratungen für Nichtwohngebäude im Bestand und zum Neubau. Die Förderhöhe liegt bei 50 %.
- Auch fördert die BAFA Transformationspläne zur Erreichung der Treibhausgasneutralität. Die Förderhöhe ist abhängig von der Unternehmensgröße und liegt zwischen 40-60 %.
Fachkursförderung
Die Europäische Union fördert über den Europäischen Sozialfond (EFS) die Teilnahme an EFS-Fachkursen. Der Zuschuss liegt in der Regel bei 30 %. Wenn die teilnehmende Person 55 Jahr und älter ist oder keinen Berufsabschluss hat, ist eine Förderung von bis zu 70 % möglich. Ansprechpartner für die Fachkursförderung ist der Kursveranstalter. Weitere Informationen finden Sie hier.
Energie- und Ressourceneffizienz
Investive Maßnahmen im Bereich der Energie und Ressourceneffizienz werden durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Zinsgünstige Kredite können zudem über die Förderbank KfW (Kredit 295) aufgenommen werden. Die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz der BAFA fördert konkret die folgenden Maßnahmen:
- Der Erwerb und die Installation von hocheffizienten elektrischen Motoren, Pumpen, Ventilatoren und Drucklufterzeugern. Außerdem werden effizienzfördernde Maßnahmen an Bestandsanlagen gefördert. Kleine Unternehmen erhalten eine Förderung in Höhe von 25 %, mittlere Unternehmen in Höhe von 20 %. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Der Erwerb und die Installation von Anlagen zur Erzeugung von Prozesswärme. Dazu gehören Solarkollektoranlagen, Wärmepumpen, Geothermie-Anlagen und Anlagen zur Biomassefeuerung. Kleine Unternehmen erhalten eine Förderung in Höhe von 60 %, Mittlere Unternehmen in Höhe von 50 % und Unternehmen ohne KMU-Status in Höhe von 40 %. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Der Erwerb, Installation und Inbetriebnahme von Hard- und Software im Zusammenhang mit der Einrichtung oder Anwendung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems. Kleine Unternehmen erhalten eine Förderung in Höhe von 45 %, Mittlere Unternehmen in Höhe von 35 % und Unternehmen ohne KMU-Status in Höhe von 25 %. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Der Ersatz ineffiziente Bestandsanalgen oder ineffizienter Komponenten von Bestandsanlagen. Hierfür gibt es eine Basisförderung (wenige Anforderungen, niedrigere Förderung) und eine Premiumförderung (hohe Anforderung, höhere Förderung).
- Der Erwerb von elektrisch oder mit erneuerbaren Energien betriebenen Neuanlagen zum Austausch von vorhandenen Produktionsanlagen, die mit Erdgas, Kohle, Mineralöl oder daraus gewonnenen Energieträgern betrieben werden. Förderfähig ist insbesondere auch eine entsprechende Umrüstung von Bestandsanalgen. Kleine Unternehmen erhalten eine Förderung in Höhe von 33 %. Weitere Informationen finden Sie hier.
Maßnahmen die zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz beitragen können auch über den Förderwettbewerb der BAFA gefördert werden. Entscheidend für den Erhalt der Förderung ist hierbei die Fördereffizienz, d.h. das Verhältnis der Fördersumme zu den erwarteten Treibhausgaseinsparungen. Die Förderung beträgt maximal 60 % und kann vom Antragsteller selbst festgelegt werden.
Energieeffizienz & Energieeinsparung in Landwirtschaft und Gartenbau
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat fördert KMUs in der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Es werden u.a. der Austausch von kleinen Verbrauchern, Energiespeicher und Energieeffizienzmaßnahmen an Gebäuden, Anlagen und Landmaschinen sowie elektrifizierte Kleinstmaschinen gefördert. Die Förderhöhe liegt bei 15-30 %. Weitere Informationen erhalten Sie hier.
E-Autos
- Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg fördert den Unterhalt von E-Fahrzeugen mit bis zu 3.000 €. Anspruchsberechtigt sind Taxi-, Mietwagen- und Carsharing Unternehmen.
- Die L-Bank bezuschusst elektrische Kleinwagen, die überwiegend in der stationären oder ambulanten Pflege verwendet werden, mit bis zu 7.000 €.
Sonstiges
- Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude werden u.a. Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Einbau von Anlagentechnik zur Erhöhung der Energieeffizienz für Nichtwohngebäude gefördert.
- Für die Sanierung zu und für den Neubau von Effizienz-Nichtwohngebäuden können günstige Kredite über die KfW Förderbank erhalten werden (Kredit 263 und Kredit 299)
- Für die Investitionen zur Verringerung, Vermeidung und dem Abbau von Treibhausgasemissionen stellt die KfW 293 günstige Kredite zur Verfügung
Nicht fündig geworden? Aktuelle Informationen zu allen Förderungen und Krediten erhalten Sie auf der Förderprogrammsuche der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.
Leitfäden und Tools
Eine gute Übersicht zu Leitfäden, Tools oder Fachinformationen bietet die der Info-Kompass der Initiative Energieeffizienz und Klimaschutz-Netzwerke. Hier können nach Themen gefiltert Anwendungshilfen, Tools und weitere Informationen gesucht werden.
Unterstützung des Landes Baden-Württemberg
Das Land Baden-Württemberg (BW) fördert und unterstützt in den Bereichen Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf mehrere Arten und Weisen die Wirtschaft und Unternehmen:
- Die Umwelttechnik BW dient als zentrale Anlaufstelle für KMUs und bietet umfassende Unterstützung in den Bereichen der Umwelttechnik, Ressourceneffizienz und industrieller Klimaschutz. Dafür stellt es Informationen bereit, organisiert Veranstaltungen und fördert mit verschiedensten Projekten die KMUs des Landes, wie zum Beispiel mit der Kompetenzstelle für Ressourceneffizienz, der KEFF+. Eine Übersicht zu den Projekten finden Sie hier.
- Das Klimabündnis BW ist eine freiwillige Partnerschaft zwischen dem Land Baden-Württemberg und Unternehmen. Beide Partner unterzeichnen dabei eine Klimaschutzvereinbarung, die konkrete Maßnahmen festgelegt, wie die unternehmerischen Klimaschutzziele erreicht werden sollen. Das Unternehmen verpflichtet sich jährlich über seine Treibhausgasemissionen zu berichten. Im Gegenzug erhalten sie eine zusätzliche Beratungsförderung sowie Vernetzungsmöglichkeiten. Weitere Informationen finden sich hier.
- Der Umweltpreis für Unternehmen zeichnet Unternehmen für ihre Umweltleistungen und neue Ideen und Ansätze aus, die zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Der Wettbewerb ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro je Preisträger dotiert. Darüber hinaus bietet er den Teilnehmenden den Raum für Austausch und eine positive Medienresonanz.
Fördergeber
Die Bereitstellung der Informationen wurde durch das Bundesministerium für Umweltschutz, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie die Nationale Klimaschutz Initiative gefördert.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Stand: April 2026
